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Wie funktioniert Segelfliegen?

Segelfliegen nutzt die Kraft der Sonne. Durch die Einstrahlung erwärmt sich die Luft über dem Erdboden und steigt in Blasen auf. Der Segelflieger nutzt diese Thermik, um möglichst lange in der Luft zu bleiben.
Um aber erst mal vom Boden in die Luft zu kommen, muss das Segelflugzeug von einer Seilwinde oder einem Motorflugzeug in die Höhe gezogen werden. Dann gilt es für den Piloten, sein Können unter Beweis zu stellen, unter Ausnutzung der Thermik möglichst lange in der Luft zu bleiben und möglichst weite Strecken zu fliegen. So sind bei guten Wetterbedingungen Flüge von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, bei denen mehrere Hundert Kilometer große Strecken zurückgelegt werden, keine Seltenheit.
Die größte bis heute geflogene Strecke wurde von dem Deutschen Klaus Ohlmann geflogen und beträgt 3008 km. Diese Streckenflüge werden meist in Form eines Dreieckfluges durchgeführt und erfordern vom Piloten großes taktisches und fliegerisches Können.
Neben dem Streckensegelflug ist der Segelfkunstflug eine weitere Disziplin, in der sich die Segelflieger messen. Hierbei werden von den Piloten Figuren an den Himmel gezaubert, die dann nach den Wertungskriterien Schwierigkeit der Figuren, fliegerisches Können und Umsetzung der Figuren von einer Jury bewertet werden.
Es geht aber auch geruhsamer: als Pilot kann man auch einfach nur wunderschöne Stunden zwischen Himmel und Erde genießen.

Der Weg zur eigenen Privat-Piloten-Lizenz?

Die Ausbildung erfolgt nach bundesweit einheitlichen Richtlinien und gliedert sich in einen praktischen und einen theoretischen Teil.
Der praktische Teil erfolgt von April bis Oktober auf unserem Segelfluggelände in Marpingen. Zu Beginn der Ausbildung sitzt der Flugschüler mit einem Fluglehrer im Doppelsitzer mit Doppelsteuer – ähnlich wie in der Fahrschule hat also der Fluglehrer ständig die Möglichkeit einzugreifen. Stellt der Fluglehrer nach etwa 50-90 Starts – welche innerhalb eines Sommers geflogen werden können – fest, dass sein Schüler den Umgang mit dem Flugzeug sicher beherrscht und einen Flug von Start bis zur Landung sicher meistern kann, erwartet den Flugschüler der größte Moment in seiner Fliegerkarriere: der erste Alleinflug.
Nach diesem Ereignis absolviert der Flugschüler dann den zweiten und dritten Ausbildungsabschnitt, in welchen er seine Kenntnisse in Flügen mit einem Einsitzer – stets unter der Aufsicht eines Fluglehrers, der im Bedarfsfall über Funk seinem Schützling Anweisungen geben kann – vertieft.
Ein weiterer Höhepunkt sind erste kleine Streckenflüge. Nach einer Einführung in den Streckensegelflug durch einen Fluglehrer, fliegt der Flugschüler anschließend kleinere Strecken, um sich auf den sogenannten "Überlandflug" vorzubereiten. Dieser Flug erstreckt sich über eine Distanz von 50 km und wird in Deutschland vom Gesetzgeber gefordert, um die Privat-Piloten-Lizenz zu erhalten.
Die theoretische Ausbildung umfasst die Fächern Meteorologie, Luftrecht, Technik, Aerodynamik, Verhalten in besonderen Fällen, Navigation und Menschliches Leistungsvermögen und garantiert so neben einer guten und auf Sicherheit ausgerichteten praktischen Ausbildung auch das Vorhandensein des nötigen theoretischen Wissens, das wichtig ist, um ein Flugzeug im Luftraum sicher zu führen. In unserem Verein findet dieser Teil der Ausbildung im Winter in unserem Schulungsraum in der ASC-Sporthalle "Auf dem Kitten" in Dudweiler statt.
Nach einer durchschnittlichen Ausbildungsdauer von zwei bis drei Jahren erfolgen dann die amtlichen Prüfungen in Theorie und Praxis. Mit bestandener Prüfung erhält der Flugschüler den PPL-C und darf sich fortan Besitzer der Privat-Piloten-Lizenz für Segelflugzeugführer nennen.
Damit ist er ein vollwertiger Teilnehmer am Luftverkehr mit gleichen Rechten und Pflichten wie beispielsweise ein Jumbo-Kapitän oder ein Hubschrauberpilot.
Übrigens: Viele Berufspiloten haben über das Segelfliegen als Jugendliche ihren Traumjob "Berufspilot" gefunden.

Was kostet Segelfliegen?

Segelfliegen ist nicht so teuer wie manch einer denken mag. Da in unserem Verein ehrenamtlich ausgebildet wird und wir die Betriebskosten durch viel freiwilliges Engagement gering halten, bleibt bei uns der Traum vom Fliegen erschwinglich.
Der Vereinsbeitrag monatlich beträgt bspw. für Schüler, Studenten und Auszubildende nur 11 Euro, für Erwachsene 16 Euro. Für einen Ausbildungsflug mit unserem Doppelsitzer bis zu einer halben Stunde, sind inklusive der Kosten für einen Windenstart und der Landegebühr 9 Euro zu entrichten. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne über unser Kontaktformular zur Verfügung. 



 
Flugbetrieb in Marpingen 11

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